VW fordert Schadensersatz von Winterkorn – Doch der muss wohl nichts zahlen

14. April 2021

VW wendet sich im Abgasskandal gegen seine eigenen Manager – und fordert von denen Schadensersatz. Doch muss er auch zahlen?

Winterkorn wird verantwortlich gemacht

Im VW-Dieselskandal gerät jetzt Martin Winterkorn in den Fokus. Bisher hatte es den Anschein, als ob der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende unbeschadet aus dem Abgasskandal herausgeht. Immerhin ließ Volkswagen im Jahr 2015 verlautbaren, dass Winterkorn keine Kenntnis vom Abgasskandal habe. Und auch der für 2021 angesetzte Prozess vor dem Landgericht München kommt derzeit ohne Martin Winterkorn aus: Der Manager muss wegen Krankheit vorerst nicht antreten.

Doch jetzt wendet sich das Blatt: VW sieht nun eine Mitverantwortung seiner obersten Führungskraft im Abgasskandal als erwiesen an. Nun fordert der Konzern Schadensersatz. Auch Rupert Stadler, ehemaliger Audi-Chef, soll im Abgasskandal zur Verantwortung gezogen werden. Nach Ansicht des Volkswagen-Aufsichtsrates haben beide ihre Sorgfaltspflicht verletzt. Daher werde man sie „wegen aktienrechtlicher Sorgfaltspflichtverletzungen auf Schadenersatz in Anspruch nehmen“.

Gutachten bestätigt Abgasmanipulationen

Grundlage für diese neuen Entwicklungen in Sachen Schuldfrage ist ein zweitausend Seiten umfassendes Gutachten der Anwaltskanzlei Gleiss Lutz, das jetzt erst vorliegt. Der Aufsichtsrat hatte die Kanzlei bereits 2015 mit internen Ermittlungen zum Abgasskandal innerhalb des Konzerns beauftragt.

Aus dem Ergebnis der Untersuchungen schließt der VW-Aufsichtsrat: Winterkorn habe es im Juli 2015 unterlassen, den Einsatz von unzulässigen Abschalteinrichtungen aufzuklären.

Selbst zahlen muss Winterkorn wohl nicht

Um wie viel Geld es dabei gehen soll ist nicht klar. Allerdings gibt es bereits Gerüchte, dass Winterkorn die Summe nicht selbst – etwa von seinem einige Millionen Euro schwerem seinen Privatvermögen –zahlen wird. Vielmehr soll den größten Teil der Forderungen eine Manager-Haftpflichtversicherung tragen.

Ob diese Schadensersatzforderungen nun als ein Schuldeingeständnis von VW im Abgasskandal gleichkommen, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass Signale wie diese für Verbraucher, die sich um eine Entschädigung im Abgasskandal bemühen, mehr als positiv sind.

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