Beim Diesel-Abgasskandal geht es immer wieder um den Begriff „Thermofenster“. Es gilt als bekannteste, mögliche Abschalteinrichtung im Diesel-Abgasskandal. Doch was ist ein Thermofenster überhaupt? Und wozu dient es?

Was ist ein Thermofenster?

Was ist ein Thermofenster?

Autos dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Schadstoffen ausstoßen. Damit die von der EU-vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden, haben die Fahrzeughersteller Systeme für die Reinigung der Abgase verbaut. Eines dieser Systeme hat etwas mit der Außentemperatur zu tun, die das Fahrzeug gerade umgibt.

Bei einer bestimmten Außentemperatur wird die Abgasreinigung abgeschaltet. Hier spricht man vom „Thermofenster“.

Wie funktioniert ein Thermofenster?

Das Thermofenster hat also etwas mit der Abgasreinigung und mit den Außentemperaturen zu tun. Bei Dieselfahrzeugen werden Abgase gereinigt, indem man sie nach der Verbrennung in dem Motor zurückführt. Dort werden sie erneut verbrannt. Auf diese Weise stößt das Auto weniger schädliche Abgase aus.

Kommt ein Thermofenster zum Einsatz, wird dieser Prozess bei einer bestimmten Außentemperatur gestoppt. Dieses „Fenster“ bewegt sich im Bereich von 15 Grad Celsius bis 33 Grad Celsius. Liegt die Außentemperatur also darunter, wie zum Beispiel im Herbst oder Winter, werden die Abgase nicht gereinigt. Der Diesel stößt jede Menge Abgase aus und ist „dreckig“.

Kommt das Thermofenster einer unzulässigen Abschalteinrichtung gleich?

Dass es sich beim Thermofenster um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt, liegt nahe. Interessanterweise beträgt nämlich auch die Temperatur, bei der Dieselabgase auf dem Prüfstand gemessen werden, etwa 20 Grad Celsius. Die Abgasreinigung funktioniert also im Test einwandfrei und das Vorliegen einer eventuell Abschalteinrichtung wurde lange nicht bemerkt.

Fährt das Auto dann im normalen Straßenbetrieb, etwa im Oktober oder November, so sind in Deutschland leicht weniger als 15 Grad Celsius erreicht. Damit sind die Diesel mit Thermofenster die meiste Zeit des Jahres schmutziger als erlaubt.

Warum gibt es das Thermofenster?

Die Fahrzeughersteller argumentieren, dass das Thermofenster zum Motorschutz diene.

Indem die Abgase in den Motor zurückgeführt werden, kann es zu einer Motorschädigung durch Rußpartikel kommen. Dabei entsteht, wenn man die Abgase mit Harnstoff reinigt, eine Art schleimige Konsistenz. Diese wiederum kann zu einer Versottung und damit zur Schädigung des Motors führen.

Da es für den Motor entscheidend ist, ob die angesaugte Luft warm oder kalt ist, argumentieren die Fahrzeughersteller mit einem bestimmten Temperaturfenster. In diesem sei die Abgasreinigung für Motor und AGR-Ventil unbedenklich. Befindet sich die Temperatur nicht in diesem Bereich, müsse die Abgasreinigung ausgeschalten werden, um den Motor nicht zu beschädigen.

Ob dies tatsächlich der Wahrheit entspricht, muss geprüft werden. Manche Diesel-Experten fragen sich, warum warmgefahrene Motoren bei einer bestimmten Außentemperatur geschädigt werden können: Bisher ging man schließlich immer davon aus, das vor allem eine Fahrweise durch Kaltstarts und Kurzstreckenfahrten zu besagten Schädigungen führt.

Welche Diesel haben Thermofenster?

Das Thermofenster wird in sehr vielen Dieselfahrzeugen verwendet. Bei den deutschen Fahrzeugherstellern stehen vor allem VW, BMW und Daimler im Fokus. Aber auch bei Opel oder Volvo gibt es die Vorrichtung des Thermofensters.

Immer wieder wird diskutiert, ob es sich beim Thermofenster um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt oder um einen Motorschutz. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 13. Juli 2021, Az. VI ZR 128/20 entschieden, dass das Vorliegen des Thermofensters allein nicht zu Schadensersatzansprüchen führt.

Allerdings haben die Fahrzeughersteller vermutlich unterschiedliche Abschalteinrichtungen verwendet. Teilweise ist die Rede von sieben verschiedenen Systemen, etwa bei BMW, welche die Abgase auf dem Prüfstand sauber halten. Entsprechend hat auch der BGH den Fall zur erneuten Prüfung zurückverwiesen.

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