Fahrverbote, Plaketten, Umweltzonen – Was ist wo erlaubt?

Umweltplaketten, Dieselfahrverbote, Umweltzonen, Euro 5 und 6, Plaketten für Diesel und Benziner – Die Begriffe rund um diese Bereiche sind zahlreich. Hier kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb klären wir klären auf: Was hat es mit den Umweltplaketten auf sich? Welche Plakette gilt für was? Was hat eine Plakette mit Dieselfahrverboten zu tun? Und was verbirgt sich eigentlich hinter der „blauen Plakette“?

Unterschied Plakette und Diesel-Fahrverbot

Umweltplaketten und Dieselfahrverbote – beides sind Maßnahmen, um die Luft in Ballungsgebieten sauberer zu bekommen. Nun ist die Kombination von Plakette und Fahrverbot für viele Autofahrer verwirrend. Darf ich mit einer Umweltplakette in Zonen mit Dieselfahrverboten fahren? Hier lautet die Antwort: Nein.

Dieselfahrverbote „schlagen“ die grüne, rote oder gelbe Plakette. Das bedeutet: Wenn in Ihrer Stadt ein Dieselfahrverbot gilt und Ihr Diesel davon betroffen ist, nützt Ihnen zum Beispiel eine grüne Plakette nichts. Folglich dürfen Sie mit Ihrem Diesel nicht in Diesel-Verbotszonen fahren.

Was sind Umweltplaketten?

Umwelt- oder Feinstaubplaketten geben vor allem über eins Auskunft: Sie zeigen an, wie hoch die Feinstaubbelastung durch ein Fahrzeug ist. Die Plaketten sind in verschiedenen Stufen bzw. verschiedenen Farben erhältlich. Die grüne Umweltplakette berechtigt zur Einfahrt in die städtischen Umweltzonen in ganz Deutschland. Umgekehrt bedeutet das: Die grüne Plakette ist Pflicht, um in die Umweltzone zu fahren.

Was sind Dieselfahrverbote?

In mehreren deutschen Städten wie Stuttgart oder demnächst Berlin gelten bereits Dieselfahrverbote. Darin liegt der Unterschied zu den Umweltplaketten: Dieselfahrverbote sollen dazu dienen, die Stickoxid-Emissionen zu reduzieren. Dagegen geben Umweltplaketten Auskunft über die Feinstaubbelastung. Hier liegen also verschiedene „Verschmutzungen“ vor. Folglich nützt eine Umweltplakette aktuell nichts bei Dieselfahrverboten.

Wer darf in die Umweltzone fahren?

Plaketten, Fahrverbote, Umweltzonen – Da kann man leicht den Überblick verlieren. Beginnen wir mit den Umweltzonen. Eine Umweltzone ist ein bestimmter Bereich in einer Stadt, in den nur „saubere“ Fahrzeuge fahren dürfen. Diese müssen bestimmte Abgasstandards einhalten. Die entsprechende (Umwelt)Plakette gibt darüber Auskunft. Grundlage dafür ist die „Verordnung zur Kennzeichnung der Fahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung“. Sie gilt seit März 2007.

Welche Umweltplaketten gibt es?

Umweltplaketten gibt es in unterschiedlichen Farben. Zugrunde liegen die verschiedenen Schadstoffklassen der Autos. Eine Plakette ist unbegrenzt gültig. Erst wenn das Fahrzeug umgemeldet wird oder das Kennzeichen nicht mehr lesbar ist, ist eine neue Plakette fällig.

Derzeit gibt es diese Plaketten für Fahrzeuge:

Dieselfahrverbote und Plaketten – wir klären auf
Die grüne Plakette berechtigt zum Einfahren in die Umweltzone. Sie nützt nichts bei Dieselfahrverboten.


Grüne Plakette

Die grüne Plakette ist die „sauberste“ Plakette. Wer zum Beispiel diese Plakette an seinem Fahrzeug hat, darf in die städtischen Umweltzonen fahren. Entsprechend hat ein Fahrzeug mit grüner Plakette eine verhältnismäßig geringe Schadstoffbelastung. Die grüne Plakette wird für Euro 4 und Euro 3 Diesel vergeben. Sie gilt weiter für Benziner mit geregeltem Katalysator bzw. Euro 1 oder besser.

Gelbe Plakette

Die gelbe Plakette gibt es für Diesel mit der Norm Euro 3 oder Euro 2 mit Partikelfilter. Mit der gelben Plakette sind die städtischen Umweltzonen tabu. Eine Ausnahme bietet Neu-Ulm: Hier dürfen Fahrzeuge mit gelber Plakette noch in die Umweltzone fahren.

Rote Plakette

Die rote Plakette wird für Euro 1 und Euro 2 Diesel mit Partikelfilter vergeben. Es handelt sich hier um Diesel mit höheren Feinstaubwerten. Folglich darf man Umweltzonen nicht mit der roten Plakette.

Keine Plakette

Wer keine Plakette für sein Fahrzeug bekommt, hat in der Regel ein „schmutziges“ Fahrzeug. Keine Plakette erhalten Diesel mit Euro 1 oder schlechter. Ebenfalls keine Plakette erhalten Benziner ohne geregelten Katalysator. In Umweltzonen darf man ohne Plakette selbstverständlich nicht fahren. Entsprechend sind ältere Diesel, die auch zu hohe Stickoxid-Werte haben, von Dieselfahrverboten betroffen.

Blaue Plakette

Von einer blauen Plakette ist immer wieder im Zusammenhang mit Dieselfahrverboten die Rede. Die Idee: Fahrzeuge, die wenig Schadstoffe ausstoßen, sollen das durch die blaue Plakette anzeigen. Dadurch würde man Kontrollen vereinfachen und für einen besseren Überblick sorgen. Der Vorschlag stammt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der Verein hat zusammen mit verschiedenen Umweltverbänden definiert, welche Fahrzeuge eine blaue Plakette bekommen könnten: Die blaue Plakette bekämen Dieselfahrzeuge mit der Euro 6 Abgasnorm und Euro 3 bis Euro 6 Benziner.

Aktuell gibt es noch keine blaue Plakette. Es ist unklar, ob und wann sie eingeführt werden soll.

Umweltplakette für ausländische Fahrzeuge

Ja. Auch ausländische Fahrzeuge benötigen eine Umweltplakette, wenn sie in eine Umweltzone fahren möchten. Fahrzeughalter aus dem Ausland bekommen die Plakette bei den deutschen Zulassungsbehörden genauso wie deutsche Fahrzeughalter. Weiterhin gibt es die Plaketten dort, wo die Abgasuntersuchung (AU) durchgeführt wird.

Was passiert, wenn ich ohne Plakette in die Umweltzone fahre?

Ohne Plakette in die Umweltzone fahren? Wer dabei erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von circa 80 Euro rechnen.

Was passiert, wenn ich ein Dieselfahrverbot breche?

Dieselfahrverbote gelten schon in einigen deutschen Städten. Die Kontrollen sind überall unterschiedlich. Mit anderen Worten: Wer mit einem „Schmutzdiesel“ ein Dieselfahrverbot bricht, riskiert ein Bußgeld. Wie hoch das Bußgeld ist, hängt von der Stadt ab.

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