Gegen BMW gibt es nach wie vor den Verdacht, dass gleich mehrere Abschalteinrichtungen verwendet wurden. Jetzt erhebt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Klage im BMW-Abgasskandal. Die Grenzwerte bei den Abgasmessungen liegen um ein Vielfaches über den vorgegebenen Grenzwerten.

Deutsche Umwelthilfe erhebt Klage im BMW-Abgasskandal

BMW-Abgase weit über Grenzwerten

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), im BMW-Abgasskandal eingereicht. Zuvor hatte das KBA den Antrag des Vereins, Maßnahmen gegen BMW wegen temperaturgesteuerter Diesel-Abschalteinrichtungen zu ergreifen, abgelehnt.

Dass BMW-Fahrzeuge bei Abgasmessungen alles andere als sauber sind, ist längst klar. Die Werte liegen deutlich über der Norm und die Rede ist sogar von bis zu sieben unterschiedlichen Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung. Jetzt hat die DUH mehrere Modelle von BMW getestet. Das Ergebnis: Alle Modelle überschreiten die Abgasgrenzwerte um ein Vielfaches.

Konkret geht es um die BMW-Modelle X3 xDrive20d, M550d xDrive und 750d xDrive. In Tests konnte belegt werden, dass die NOx-Grenzwerte massiv überschritten werden.

Achtmal schmutziger als erlaubt

Die Abgasmessung der DUH bei einem BMW 750d xDrive zeigt Folgendes:

  • Der vorgegebene Grenzwert liegt bei 80 mg/km NOx.
  • Erreicht werden in verschiedenen Tests durchschnittlich 646 mg/km NOx.
  • Damit hat der BMW 750d xDrive achtmal höhere Stickoxidwerte als erlaubt.

Deutsche Umwelthilfe erhebt Klage im BMW-Abgasskandal

 

Grafik: Deutsche Umwelthilfe

„Betrug an Umwelt und Kunden“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, gibt sich kämpferisch: „Es fällt auf, wie CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer den bayerischen Dieselkonzern BMW bereits seit Jahren schont. Wir haben den Abgasbetrug bei BMW Diesel-Pkw erstmals im November 2015 mit Abgasmessungen enttarnt und seit 2017 mit Abgasmessungen im Labor und auf der Straße aufgezeigt, wie dieser Betrug an Umwelt und Kunden stattfindet“, so Resch.

„Zwischenzeitlich hat auch die EU-Kommission unsere Anzeige eines betrügerischen Kartells von BMW, Daimler und VW aus dem März 2017 bestätigt. Offensichtlich müssen wir erneut die Bundesregierung über Gerichtsentscheidungen dazu zwingen, entweder die vielen hunderttausend betroffenen BMW-Betrugsdiesel stillzulegen oder zum Austausch der Abgasanlage zurückrufen zu lassen. Erneut müssen wir feststellen, dass das KBA seine Aufgabe der Marktüberwachung trotz mehrmaliger Vorlage detaillierter Abgasmessungen nicht wahrnimmt.“

Lösungen für saubere Abgase existieren

Bereits im März 2021 beantragte die DUH in einem Rechtsbehelfsverfahren beim KBA, unzulässige Abschalteinrichtungen zu entfernen. Das KBA lehnte dies ab. Daraufhin reicht der Verbraucherschutzverband, der klageberechtigt ist, jetzt Klage ein.

„BMW hat seit Jahren Lösungen in der Schublade, wie sie den Grenzwert im Realbetrieb auch einhalten können“, so Axel Friedrich, Leiter des Emissions-Kontroll-Instituts (EKI), das die Messungen mit der DUH durchführt. „SCR-Katalysatoren in BMW X3 xDrive20d sind auf dem US-Markt seit 2008 serienmäßig verbaut. BMW wollte aber Kosten sparen und hat den damaligen Stand der Technik nicht in die Autos für den deutschen Markt verbaut.“

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