Update 11.08.2021 – Bereits sechs Jahre ist der Abgasskandal nun schon her. Doch abgeschlossen und aufgearbeitet ist der bisher größte Skandal der Automobilindustrie noch nicht. Nach wie vor sind die meisten Verantwortlichen auf freiem Fuß. Wenn sie Deutschland nicht verlassen, droht ihnen vorerst keine Haftstrafe. Das dürfte auch kein Problem sein, denn finanziell sind die meisten von ihnen mit Top-Gehältern und hohen Abfindungen bestens gepolstert.

Strafen und Gehälter der Manager im Abgasskandal

Martin Winterkorn: 16 Millionen Euro Ruhestandsgeld

Strafe: Geldstrafe gegenüber VW

Im Januar 2017 teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit, dass gegen Martin Winterkorn im Abgasskandal ermittelt wird. In den USA wurde ebenfalls Anklage erhoben. Weiterhin erging ein internationaler Haftbefehl. Im Jahr 2019 erhob die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage wegen schweren Betrugs. Im September 2020 ließ das Landgericht Braunschweig die Anklage zu. Bis dato wurde die Klage, der eine Anklageschrift von 700 Seiten Umfang zugrunde liegt, aufgrund  des unzureichenden Tatverdachtes nicht zugelassen.

2021 sollte das Verfahren gegen den VW-Chef beginnen. Doch Winterkorn meldet sich krank, das Verfahren ist vorerst auf Eis gelegt. Das Strafmaß, das bei einer Verurteilung droht, wird zwischen einem und zehn Jahren Haft geschätzt.

Winterkorn hatte bis zum Jahr 2015 folgende Posten inne: VW-Vorstandsvorsitzender, Vorstandsvorsitzender bei der Porsche Automobil Holding SE und Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG. Er ist von allen Posten zurückgetreten. Er muss eine von VW erhobene Geldstrafe an den Konzern zahlen.

Martin Winterkorn Gehalt: Im Jahr 2014 bekam Winterkorn 16 Millionen Euro. Heute kassiert er laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ ca. 3.000 Euro Ruhegehalt – pro Tag

Rupert Stadler: 5 Millionen Euro Jahresgehalt

Strafe: Geldstrafe gegenüber VW

Der Ex-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler wurde von der Staatsanwaltschaft München im Abgasskandal angeklagt. Mehrere ehemalige Manager belasten ihn. Er soll zusammen mit Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner versucht haben, die US-Umweltbehörde von den illegalen Abschalteinrichtungen bei VW abzulenken. Mittlerweile gibt es auch mehrere Hinweise, dass der Abgasskandal in den USA bei VW-Tochter Audi begann.

Rupert Stadler wurde wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft genommen. Aus dieser kam er nach vier Monaten frei.

Der Prozess gegen Stadler hat am 30. September 2020 am Landgericht München begonnen. Stadler wird wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung angeklagt. Ihm droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren. Der Prozess ist bis Ende 2022 angesetzt. Eine Geldstrafe, die VW gegen ihn erhoben hat, muss er nicht zahlen.

Rupert Stadler Gehalt: Der Ex-Vorstand erhielt durchschnittlich 5 Millionen Euro Jahresgehalt. Eine VW-Abfindung steht noch aus. Die Abfindung soll unter 10 Millionen Euro liegen und nur gezahlt werden, wenn das Verfahren positiv ausgeht. Weiterhin bestehen noch Ansprüche auf Boni, die nachgezahlt werden sollen.

Dieter Zetsche:  8,6 Millionen Jahresgehalt

Strafe: keine Anklage

Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche hat bis heute keine Schuld am Abgasskandal eingestanden. Er ist der Meinung, man habe nicht betrogen – obwohl Daimler massiv in den Dieselskandal verwickelt ist. Mittlerweile muss der Konzern auch durch den Abgasskandal herbe Verluste verkraften. Aktuell sind Entlassungen von 30.000 Mitarbeitern geplant. Dieter Zetsche, der den Konzern verlassen hat, sollte im Jahr 2021 als Aufsichtsrat zurückkehren. Bis jetzt ist das noch nicht entschieden.

Dieter Zetsche Gehalt: Aktuell bekommt Dieter Zetsche laut „Bild am Sonntag“ ein Ruhegeld von 4350 Euro – pro Tag. Während seiner Amtszeit erhielt er 8,6 Millionen Euro im Jahr.

Wolfgang Hatz: 13 Millionen Euro Abfindung

Strafe: keine Strafe

Wolfgang Hatz war bis September 2015 Porsche Forschungs- und Entwicklungsvorstand. Weiterhin leitete er die Aggregate Entwicklung bei Audi und später beim gesamten Volkswagen-Konzern. Der enge Vertraute von Martin Winterkorn wurde im September 2015 im Zusammenhang mit dem Abgasskandal bei VW beurlaubt. Zwei Jahre später wurde er in München verhaftet. Nach sechs Monaten Haft reichte er Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein.

Im Juni 2018 wurde er gegen eine Kaution von drei Millionen Euro aus der Untersuchungshaft freigelassen. Er musste seinen Reisepass abgeben, darf Deutschland nicht verlassen und auch keinen Kontakt zu anderen Angeklagten im Abgasskandal, wie z.B. Martin Winterkorn, haben.

Bis 1993 war Wolfgang Hatz für die Formel 1-Entwicklung zuständig. Seit April 2020 ist er wieder im Motorsport tätig und leitet das Team von SSR Performance. Aktuell steht er im Audi-Abgasskandal in München vor Gericht.

Seinen Posten bei Porsche als Entwicklungschef übernahm später übrigens Michael Steiner. Er stand ebenfalls unter Verdacht, in den Abgasskandal verwickelt zu sein. Hatz steht im Diesel-Prozess in München vor Gericht.

Wolfgang Hatz Gehalt: Für sein Ausscheiden bei VW bekam Wolfgang Hatz einen „Goldenen Handschlag“: Seine Abfindungssumme betrug laut Bild am Sonntag mehr als 13 Millionen Euro

Herbert Diess und Hans Dieter Pötsch: 8,5 Millionen und 15 Millionen Euro

Strafen: Verfahren eingestellt

Herbert Diess ist seit 2018 Vorstandsvorsitzender von VW. Weiterhin ist er Aufsichtsratsvorsitzender von Škoda Auto, Audi und Seat sowie im Aufsichtsrat von Infineon und der FC Bayern München AG Mitglied. Hans Dieter Pötsch ist Vorstandsvorsitzender der Porsche SE und seit Oktober 2015 Aufsichtsratsvorsitzender bei der Volkswagen AG.

Beide wurden im Herbst 2019 von der Staatsanwaltschaft Braunschweig angeklagt. Der Vorwurf: Sie hätten die VW-Aktionäre zu spät über die drohenden Verluste im Zuge des Abgasskandals informiert. Die Angeklagten bestritten das. Im Mai 2020 wurde das Verfahren gegen eine Zahlung neun Millionen Euro eingestellt. Das Geld ging an das Land Niedersachsen. Die Strafzahlung hat der VW-Konzern übernommen. Hans Dieter Pötsch und Herbert Diess sind nach wie vor im Amt.

Herbert Diess Gehalt: Herbert Diess verdiente circa 8,5 Millionen Euro im Jahr 2018
Hans Dieter Pötsch Gehalt: Für seinen Wechsel zum VW-Vorstand soll Hans Dieter Pötsch 15 Millionen Euro erhalten haben.

Oliver Schmidt: 130.000 Euro Jahresgehalt

Strafe: sieben Jahre Gefängnis

Der deutsche Ingenieur Oliver Schmidt war VW-Manager und galt als „das“ Gesicht im Abgasskandal in den USA. Er wurde als einer der ganz wenigen VW-Manager hart bestraft – allerdings von einem Gericht in den USA. Mit sieben Jahren Haft erhielt Schmidt die bisher höchste Strafe im Abgasskandal. Dafür, dass Schmidt zwar in einer Führungsposition saß, aber sicherlich nicht zum ganz hohen Entscheidungs-Management gehörte, musste er nun vergleichsweise hart büßen. Oliver Schmidt ist derjenige im VW-Schwarm, der über das geringste Gehalt verfügt:

Oliver Schmidt Gehalt: Oliver Schmidt bekam circa 130.000 Euro Jahresgehalt.

James Liang: Ingenieursgehalt

Strafe: drei Jahre Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe

Der ehemalige VW-Ingenieur war der erste Volkswagen-Mitarbeiter, der ins Gefängnis musste. 2017 wurde er von einem US-Gericht zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten sowie einer Geldstrafe von 200.000 Dollar verurteilt. Im November 2019 wurde James Liang nach Deutschland überstellt und im Dezember 2019 aus der Haft entlassen.

James Liang arbeitete in den USA im VW-Testzentrum für Dieselmotoren. Er half wohl maßgeblich dabei mit, den Abgasskandal zu vertuschen.

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