Schadensersatz im Dieselskandal: Auch VWs Nachfolgemotor EA 288 scheint vom Abgasskandal betroffen zu sein.

Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Dominic Krutisch

(LC Legal & Compliance Rechtsanwaltsgesellschaft mbH)

 

Gastbeitrag: Abgasskandal beim VW-Nachfolgemotor EA 288?

Auch der Nachfolgemotor des Skandaldiesels EA189, der als Euro-5 und Euro-6 hunderttausendfach in diverse Fahrzeuge des VW-Konzerns verbaute Motor EA288, scheint umfassend vom Dieselskandal betroffen zu sein. Sicher ist, dass der im T6 verbaute EA288 zu hohe Stickoxidwerte aufweist und deshalb ein Software-Update bekommen muss. Deshalb ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf für diese Fahrzeuge an.

Bekannt ist in diesem Zusammenhang, dass der T6 von VW mit dem Motor EA288 schon seit Ende 2017 mit Abgasproblemen zu kämpfen hat und VW selbst dem KBA erhöhte Stickoxidwerte meldete und die Auslieferung des T6 stoppte.

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VW-interne Dokumente und Rückruf von T6-Modellen

Nach etwa zwölfmonatiger Prüfung von T6-Modellen, die zwischen 2015 und 2018 gebaut wurden, ordnete das KBA im April 2019 den Rückruf der knapp 200.000 Diesel des Modells VW T6 an. Die Vermutung liegt nun nahe, dass der Nachfolgemotor des EA189 umfassend eine unzulässige Abschalteinrichtung enthalten könnte. Dafür sprechen neben dem Rückruf des T6 VW-interne Dokumente, in denen von einer Zykluserkennung und zyklusabhängiger SCR (AdBlue)-Dosierstrategie die Rede ist.

Auch dem Südwestrundfunk (SWR) liegen laut eigenen Angaben Dokumente vor die beweisen, dass auch in den neuesten EA288 Dieselmotoren der Euro-6-Norm eine illegale Abschalteinrichtung verbaut wurde. Insbesondere geht es um eine Software, die u.a. eine technisch detaillierte Beschreibung zu einer „Zyklus-Erkennung“ enthalte (sog. Prüfstandserkennung). Den Dokumenten zufolge sollen hiervon Modelle der Marken VW, Audi, Skoda und SEAT betroffen sein:

VW hat offensichtlich nichts gelernt

Wäre dies tatsächlich der Fall, hätte VW nichts aus dem Abgasskandal 2015 gelernt und weitere Kunden sittenwidrig betrogen. VW selbst hat in einem Verfahren vor dem Landgericht Duisburg (Urteil vom 30.10.2018, Az. 1 O 231/18) eingeräumt, dass in dem Fahrzeug mit einem Euro 6 Dieselmotor des Typs EA288 eine Abschalteinrichtung verwendet werde.

Indizien zu Motor EA288 verdichten sich

Nach übereinstimmenden Medienberichten gab es am 3. Dezember 2019 eine Razzia der Staatsanwaltschaft Braunschweig in der VW-Konzernzentrale, im Rahmen derer nach Unterlagen und Hinweisen zur Motorenreihe EA288 gesucht wurde. Vor diesem Hintergrund verdichten sich die Indizien, dass auch der Motor EA288 mit einer Schummelsoftware ausgestattet wurde.

Noch bestreitet der VW-Konzern die Vorwürfe: Nach heutigem Kenntnisstand seien keine illegalen Abschalteinrichtungen verbaut worden. Auch das KBA und das Verkehrsministerium schweigen noch. Allerdings wurden vor Kurzem Dokumente veröffentlicht, die genaue Informationen über mehrere illegale Abschalteinrichtungen in 3,0- und 4,2-Liter-Dieseln enthalten.

Es ist mithin wahrscheinlich, dass auch seitens der Behörden in naher Zukunft gehandelt wird. Deshalb empfehlen wir unseren Mandanten bereits jetzt, anwaltlich prüfen zu lassen, ob Ansprüche gegen den VW-Konzern im Zusammenhang mit EA288 Motoren bestehen.“

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