21.06.2021 – Beim französischen Fahrzeughersteller Renault gibt es schon seit zwanzig Jahren den Verdacht der Abgasmanipulation. Echte Konsequenzen hatte das bis heute keine – obwohl getestete Fahrzeuge von Renault zu den schmutzigsten überhaupt gehören.

Abgasskandal bei Renault

Betroffen vom Dieselskandal?
Jetzt in wenigen Minuten kostenlos prüfen, ob Sie Anspruch auf Schadensersatz haben.













Beispiel: 50000 (ohne Sonderzeichen)

Beispiel: 50000 (ohne Sonderzeichen)

Beispiel: 50000 (ohne Sonderzeichen)












Kostenloser Diesel-Check
Jetzt benötigen wir nur noch wenige Angaben. Im Anschluss teilen wir Ihnen per E-Mail in einer kostenlosen Ersteinschätzung Ihre mögliche Schadensersatzsumme sowie die nächsten Schritte mit.









Datenschutz


Dieselmanipulation bei Renault geht bis 1990 zurück

Update: 21.06.2021 – Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen Renault wegen mutmaßlichen Betrugs eingeleitet. Renault teilte mit, es gehe dabei vor allem um Abgaswerte bei älteren Dieseln. Gleichzeitig wies man die Vorwürfe zurück. Renault muss nach eigenen Angaben eine Kaution in Höhe von 20 Millionen Euro für eventuell Entschädigungen hinterlegen.

2018
Die Deutsche Umwelthilfe stellt fest, dass ein fast neuer Renault Scenic auf der Straße den Schadstoffgrenzwert um das 13,5-Fache überschreitet. So hätte das Fahrzeug nicht einmal die Standards der Euro-1-Norm einhalten können, die vor rund 25 Jahren eingeführt wurden.

Der Hersteller weist jegliches Fehlverhalten zurück. „Es gibt keinen Schmu“,  so Renault-Chef Carlos Ghosn gegenüber Spiegel Online.

2017
Die Generaldirektion Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) erhebt Vorwürfe gegen Renault. Der Konzern soll eine Software in Dieselmotoren installiert haben, die auf dem Prüfstand eine geringe Schadstoffemission vortäuschte.

Dem Hersteller drohen Strafzahlungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Insgesamt, so das französische Wirtschaftsministerium, könnte die illegale Software in bis zu 900.000 Fahrzeugen im Gesamtwert von ca. 16,8 Milliarden Euro verbaut worden sein. Auch Benziner sollen betroffen sein.

2016
Bei Tests überschreiten die Dieselmodelle Captur und Clio VI die zulässigen Stickstoffgrenzwert um 377 beziehungsweise 305 Prozent.

2015
Der Abgasskandal bei Renault wird aufgedeckt. Die französische Justiz leitet eine Untersuchung gegen VW und andere Hersteller ein. Bei 86 Fahrzeugen verschiedener Autobauer stoßen die Ermittler auf Unregelmäßigkeiten im Schadstoffausstoß. Die Modelle Modelle Espace und Talisman geraten ins Visier der Untersuchungskommission. Die Ermittler können jedoch noch nicht zweifelsfrei feststellen, ob eine unerlaubte Abschalteinrichtung eingebaut wurde oder nicht.

1990
Schon vor rund 30 Jahren soll der Fahrzeugbauer laut einem ehemaligen Mitarbeiter Schritte zur Abgasmanipulation unternommen haben.

Renault fällt bei Abgastests durch

Die Deutsche Umwelthilfe hat mehrere Modelle von Renault hinsichtlich der Abgaswerte untersucht.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Organisation:

Renault Captur 1.5 dCi 1101 – NOx-Wert bei 1316 mg/km – liegt 16-fach über dem Grenzwert
Renault Kadjar 1.5 dCi 110 (weiß) – NOx-Wert bei 706 mg/km – liegt 8,8-fach über dem Grenzwert
Renault Kadjar 1.5 dCi 110 – NOx-Wert bei 872 mg/km – liegt 10,9-fach über dem Grenzwert

Renault-Abgasskandal: Betroffene Dieselmotoren

Diese Renault-Motoren stehen im Verdacht, über unzulässige Abschalteinrichtungen zu verfügen:

  • dCi 145
  • dCi 1.5
  • dCi 1.6
  • dCi 110
  • dCi 160
  • 160d (Mercedes)
  • 160 CDI (Mercedes)
  • 180d (Mercedes)
  • 180 CDI (Mercedes)

Renault-Dieselskandal: Betroffene Modelle

Bei diesen Modellen wurden erhöhte Abgaswerte festgestellt:

  • Renault Kadjar
  • Renault Clio
  • Renault Megane Energy
  • Renault Espace
  • Renault Captur
  • Renault Scenic
  • Renault Talisman
  • Renault Trafic Grand Combi
  • Renault Master (III) Combi

Renault-Abgasskandal in Verbindung mit Mercedes, Nissan, Fiat und Opel

Renault-Motoren wurden auch bei Fahrzeugen von Daimler verbaut, zum Beispiel im Modell Mercedes Vito. 2018 rief das Kraftfahrtbundesamt (KBA) Fahrzeuge vom Typ Mercedes Vito mit 1,6-Liter Euro-6-Dieselmotor zurück. Weiterhin wurden Renault-Motoren auch in A-,B-,CLA- und GLA-Klassen von Mercedes verbaut.

Der Dieselskandal rund um Renault könnte dabei noch weiter reichen, denn laut eigener Aussage beliefert der Hersteller auch Nissan, Fiat und Opel mit Dieselantrieben. Im Falle des japanischen Unternehmens Nissan geriet der Navara 2.5 dCi in das Visier der Ermittler. Bei Fiat sollen die Motoren der Modelle Fiat 500 L, Fiat Panda und Fiat Tipo manipuliert worden sein.