VWs-Tochterfirma Audi ist auch mit Modellen von Porsche in den Dieselskandal verwickelt. Diese Modelle sind betroffen und diese Urteile wurden gesprochen. Mehr lesen:

Abgasskandal Porsche: Urteile + betroffene Modelle

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Porsche ist „Spitzenreiter“ im Abgasskandal

Besonders „clean“, also sauber, sollten die Diesel-Motoren sein, die Porsche in seine Autos einbauen ließ. 2017 machten die Fahrzeuge dann plötzlich Negativ-Schlagzeilen: Mitarbeiter des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) fanden bei einem Modell Cayenne Manipulationen im Motor. Der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt verhängte noch im selben Jahr ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne mit dem 3,0-Liter-Motor von Audi. Bereits ausgelieferte Fahrzeuge mit diesem Antrieb mussten vom Hersteller zurückgerufen werden.

Später wurde bei Tests durch die Deutsche Umwelthilfe festgestellt: Der Porsche Cayenne S Diesel, Schadstoffklasse Euro 5, produziert Abgaswerte, die gleich zwölfmal über der Norm liegen. Damit gilt der Porsche Cayenne S als trauriger „Spitzenreiter“ im gesamten Diesel-Abgasskandal.

Der Fahrzeughersteller zahlte ein Bußgeld. Allerdings hatte das nichts mit einem Schuld Eingeständnis zu tun. Vielmehr wurde die Strafe in Höhe von 535 Millionen Euro wegen Verletzung der Aufsichtspflicht fällig. Dieselkäufer bekamen von diesem Geld nichts zu sehen. Sie mussten sich mit Schadensersatzklagen mühen. Diesen kommen mittlerweile zahlreiche Gerichte entgegen.

Urteile im Porsche-Abgasskandal

Immer mehr Gerichte entscheiden auch im Porsche-Abgasskandal verbraucherfreundlich. Die Klagen richten sich gegen deier einen Auszug zahlreicher Urteile:

123.788,46 € Schadensersatz: Urteil gegen Audi vom Landgericht Bonn (Urteil vom 13.09.2021, Az. 1 O 359/20). In diesem Fall lag der Schadensersatz für den Porsche Cayenne über dem Kaufpreis von 107.884 €, weil das Gericht die Umbaukosten mit einbezogen hat.

53.400 € Schadensersatz: Urteil gegen Audi vom Landgericht Baden-Baden (Urteil vom 30.08.2021, Az. 4 O 395/20) für einen Porsche Cayenne S. Der Kaufpreis betrug 67.000 €.

51.886,41 € Schadensersatz: Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte die Audi AG zu einer Schadensersatzzahlung für einen Seat Porsche Cayenne (Urteil vom 01.01.2020, Az. 13 U 81/19). Der Kaufpreis betrug 70.754,19 €.

Betroffene Modelle von Porsche

In Modelle von Porsche wurden die Motortypen EA897 und EA898. Sie gehören zur Dieselmotoren-Reihe von Volkswagen. Entsprechend verfügen auch diese Motoren über unzulässige Abschalteinrichtungen. Von Porsche sind diese Modelle betroffen:

Porsche Cayenne II (Baujahr 06/2010 – 09/2014)
Porsche Cayenne II (Typ 92A) (Baujahr 05/2015 –  05/2018)
Porsche Cayenne S (Baujahr 05/2012 – 05/2014 / 05/2014 – 03/2016)
Porsche Macan S (Baujahr 09/2014 – 02/2018)
Porsche Panamera 4S (Baujahr 11/2016 – 08/2017)
Porsche Panamera I (Baujahr 06/2011 – 06/2013  / 07/2013 -08/2015

Erkenne ich an der FIN-Nummer, ob mein Fahrzeug betroffen ist?

Die FIN-Nummer (Fahrzeug-Identifizierungsnummer) kann dabei helfen zu erkennen, ob Ihr Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist. In der FIN-Nummer wird der Motortyp aufgeführt. Anhand dessen könnte man sehen, ob das Fahrzeug zu denen gehört, die einen Motor mit unzulässiger Abschalteinrichtung besitzen.

Die FIN-Nummer ist eine individuelle, 17-stellige Seriennummer für jedes Fahrzeug. Seit 1981 wird sie von allen Fahrzeugherstellern verwendet. Sie finden die FIN-Nummer in im Fahrzeugschein, im Fahrzeugbrief sowie direkt am Fahrzeug selbst, z.B. am Türrahmen oder im Koffer- oder Motorraum.

So setzt sich die FIN-Nummer zusammen: Welt-Herstellercode (die ersten drei Stellen), Fahrzeugbeschreibung (vier bis neun), fortlaufende Nummer (Stelle zehn bis siebzehn).  Die Fahrzeugbeschreibung gibt Aufschluss über den Motortyp, das Modell und die Baureihe.

So könnte man anhand der FIN-Nummer schon erkennen, ob das eigene Fahrzeug den entsprechenden Motortyp hat, der möglicherweise über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt. Das Problem: Deutsche Fahrzeughersteller dürfen in der FIN-Nummer Platzhalter angeben. So ist bei Volkswagen sowie den hauseigenen Marken als Platzhalter der Buchstabe „Z“ angegeben. So findet sich auch bei vielen Porsche-Modellen an der Stelle, an der der Motortyp stehen würde, der Buchstabe „Z“.

Porsche im Abgasskandal – so reagierte die Aktie

VW und Porsche stehen im Rahmen des Abgasskandals nicht nur von Kunden unter Beschuss. Auch die Aktienanleger waren verärgert und die Investoren fühlten sich ebenso hintergangen wie die Käufer. Die Regeln an der Börse sehen vor, dass kursrelevante Entwicklungen schnellstmöglich öffentlich gemacht werden müssen. Die Anleger besitzen über ihre Aktien Firmenanteile an Porsche und VW. Beeinträchtigt eine Situation oder eine Entwicklung den Gewinn, hat das Folgen für die Rendite des Aktionärs.

Am Tag nach dem Bekanntwerden des Abgasskandals sank der Wert der Porsche-Aktie von 60 Euro auf rund 40 Euro. Seit 2015 erholte sich die Aktie wieder. Dennoch ist den Anlegern ein finanzieller Schaden entstanden. Zahlreiche Investoren wehrten sich und forderten vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart ein eigenes Musterverfahren gegen Porsche.

Dies lehnten die Richter ab. Die Situation bei Porsche stehe im direkten Zusammenhang mit der Mutterfirma VW. Ein gesondertes Verfahren gegen den Hersteller sei damit nicht erforderlich.

Im Juli 2020 widersprach der Bundesgerichtshof (BGH) dieser Entscheidung. Damit wurde der Weg für ein Musterverfahren gegen Porsche frei. Zwar seien beide Entwicklungen miteinander verwoben, das sei jedoch kein Grund, gegen ein Extra-Verfahren.